Bewerbungsanschreiben: ein Auslaufmodell im Bewerbungsprozess?

Der digitale Bewerbungsprozess ist heutzutage Standard, wenn man sich bei Großunternehmen bewerben möchte. Doch gerade das klassische Anschreiben wird zukünftig an Relevanz verlieren. Auch wenn Anschreiben vielfach noch eine hohe Bedeutung für die Unternehmen haben, wird sich ihre Bedeutung im Bewerbungsprozess ändern. Dies geht unter anderem aus einer Online-Befragung unter den JobStairs Partnerunternehmen hervor.

Hier zeigt sich, dass bereits bei über der Hälfte der befragten Partnerunternehmen auf JobStairs die Einreichung eines Anschreibens im Bewerbungsprozess (62,5 %) optional ist. Jedes zweite Unternehmen gibt zudem an, aktuell Anschreiben abzuschaffen oder in 3-5 Jahren darauf verzichten zu wollen.

Zeitdruck als wichtiger Auswahlfaktor

Unternehmen wie Henkel, Otto oder die Deutsche Bahn gehören zu den Unternehmen, bei denen das Anschreiben schon jetzt kein fester Bestandteil des Bewerbungsprozesses mehr darstellt, um Kandidaten so die Bewerbung beim Unternehmen zu erleichtern und somit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Weitere Gründe für die abnehmende Relevanz von Anschreiben liegen in dem Zeitmangel bei der Personalauswahl. In Großunternehmen mit mehreren hundert Bewerbungen am Tag haben Personaler oft nur wenig Zeit, um eine schnelle und treffersichere Auswahl der Bewerber zu erzielen. Hierfür eignet sich die zügige Beurteilung der Qualifikation mit Hilfe des Lebenslaufs am besten.

Anschreiben werden nur noch für bestimmte Berufe relevant sein

Trotz heftigem Diskurs über die Abschaffung der Anschreiben zeichnet sich eine interessante Tendenz ab: Mehr als die Hälfte der befragten Personaler (56,2 %) geht davon aus, dass für ausgewählte Berufsgruppen in Zukunft weiterhin Anschreiben verlangt und diese somit nicht komplett aus dem Bewerbungsprozess verschwinden werden. Trotz abnehmender Bedeutung kann ein Anschreiben nach wie vor ein gutes Mittel sein, um sich positiv von seinen Mitbewerbern abzuheben und die eigene Motivation auf eine Stelle darzustellen.

Dies könnte dann angebracht sein, wenn es um die Besetzung höherer Positionen geht, oder wenn individuelle Aspekte des Bewerbers eine gleichwertige Rolle neben den Stationen im Lebenslauf spielen. So können Kandidaten ihre persönliche Motivation in der Bewerbung einbringen, z. B. ein berufserfahrener Außendienstler, der sich auf eine feste Innendienststelle bewirbt, um Beruf und Familie besser zu vereinen.

Doch zu den Erfolgsfaktoren effektiver Personalauswahl gehört ebenso ein möglichst zügiges Einstellungsverfahren. Je schneller die Personalabteilungen sind, desto wahrscheinlicher holen sie sich ihren Wunschkandidaten an Bord.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag auf HR-Marketing.com.