In 10 Schritten zum erfolgreichen Bewerbungsvideo

Der Weg zum Traumjob ist steinig. Und wer auf diesem Weg erfolgreich sein möchte, der muss unter tausenden Bewerbern auffallen. Ziel ist es, aus der Flut der Anschreiben, Lebensläufen und Zeugnissen wie ein Leuchtturm herauszuragen und seine Qualifikationen in einem besonderen Licht zu präsentieren. Ein Bewerbungsvideo ist für diesen Zweck hilfreich. Wir erklären, auf welche zehn Punkte Jobsuchende bei der Produktion eines Bewerbungsvideos achten sollten.

Für wen eignet sich ein Bewerbungsvideo

Ein Bewerbungsvideo ist eine Kurzpräsentation der eigenen Person, der eigenen Qualifikationen und der eigenen Stärken. Der Aufbau eines solchen Videos ist im Wesentlichen identisch mit einer schriftlichen Bewerbung. Eines vorweg: Ein Bewerbungsvideo muss zum Jobprofil passen. Wer sich als Leiter der Personalbuchhaltung bewirbt, für den wäre ein Bewerbungsvideo wie das Schießen mit Kanonen auf Spatzen.

Sinnvoll ist eine solche Bewerbung bei Jobs, die eine große Kreativität oder ein starkes Auftreten in der Öffentlichkeit verlangen. Wer sich beispielsweise als Medienschaffender im Bereich Film und Fernsehen, als Mediengestalter oder Fotograf bewirbt, für den ist ein Bewerbungsvideo eine Chance sich von anderen Bewerber abzusetzen. Für Bewerber wichtig zu wissen ist, dass sich der Trend zur Videobewertung gerade erst entwickelt. Daher ist es für den Jobsuchenden von Vorteil, vor Beginn der Produktion zu prüfen, ob ein Unternehmen in der Stellenausschreibung die Abgabe von einem Bewerbungsvideo explizit ausschließt. Wenn nicht, dann bietet ein Bewerbungsvideo die Chance aus der Menge der Bewerbungen herauszuragen und die Chance auf ein Weiterkommen erhöhen.

Wer sich für die Produktion eines Bewerbungsvideos entscheidet, für den empfiehlt es sich strukturiert und methodisch vorzugehen. Wer die folgenden zehn Punkte beachtet, ist auf dem richtigen Weg zum erfolgreichen Bewerbungsvideo:

10 Tipps für ein gelungenes Bewerbungsvideo

  1. Das Storyboard: Im Gegensatz zu einer schriftlichen Bewerbung lebt das Video vom Storytelling. Der Bewerber erzählt seine Geschichte. Bevor er überhaupt eine Kamera in die Hand nimmt, sollte er das Video vorher in einem Storyboard entwickeln und darin festlegen, was er wie erzählen möchte. Ebenfalls gehören Überlegungen zum Drehort, zur Kleidung sowie für Post-Produktion in das Storyboard.
  2. Das Drehbuch: Ein Bewerbungsvideo benötigt ein Drehbuch, im dem die später gesprochenen Texte für jede einzelnen im Storyboard skizzierte Sequenz vorformuliert sind. Ein Drehbuch ist notwendig, damit der Bewerber für den Personaler ausschließlich relevante Informationen kommuniziert (Abschweifungen vermeiden), wichtige Informationen nicht vergisst und die Zeit einhält. Die Texte im Drehbuch brauchen Bewerber nicht auswendig zu lernen, sie dienen vielmehr als Leitplanke und schaffen Sicherheit.
  3. Der Drehort: Obwohl der Bewerber immer im Fokus des Videos steht, ist die Auswahl des Drehortes ein wichtiger Aspekt. Ein Auswahlkriterium ist, nicht vom Bewerber abzulenken. Zugleich unterstreicht der Drehort die Stärken des Bewerbers oder stellt einen Bezug zur ausgeschrieben Stelle her. Eine saubere weiße Wand und ein paar gezielt platzierte Kulissen, zum Beispiel ein geordnetes Bücherregal oder ein nicht zu auffälliges Bild, reichen am Set aus. Wechselnde Drehorte sind in einem Video möglich, erfordern viel Erfahrung beim Dreh und bei der Nachbearbeitung. Mehr als zwei Drehorte sind nicht zu empfehlen.
  4. Die Kleidung: Die Kleiderwahl im Bewerbungsvideo orientiert sich an den allgemeinen Gepflogenheiten eines Bewerbungsgesprächs. Allerdings bietet das Video die Möglichkeit, mit unterschiedlichen „Kostümen“ zu arbeiten. Wer sich beispielsweise als Chemiker bewirbt, kann in einer Sequenz im Laborkittel vor der Kamera stehen, wenn Drehort und Inhalt dieser Sequenz zur Kleidung passen. Wie bei Drehortwechseln ist es ratsam, dass Bewerber einen Kleidungswechsel im Bewerbungsvideo reduziert einsetzen.
  5. Die Gestik: In der Videobewerbung gibt der Jobsuchende dem Personaler viel mehr von sich preis, als es bei einer schriftlichen Bewerbung der Fall ist. Genau hiermit punktet der Bewerber. Wer vor der Kamera authentisch rüberkommen möchte, der hält Blickkontakt zur Kamera und strahlt damit Selbstbewusstsein aus. Gestik und Mimik sind genau zu dosieren. Wer sich kaum bewegt und auf der Stelle klebt, transportiert Unsicherheit und erzeugt Langeweile. Einen Zappelphilipp möchte der Personaler nicht sehen. Für Bewerber ist es ratsam, ihr Verhalten vor der Kamera dem des persönlichen Gesprächs anzupassen: natürlich und locker.
  6. Die Sprache: Für die Mehrheit der Jobsuchenden ist das Agieren vor einer Kamera ungewohnt. Dies drückt sich dann sowohl in der Gestik und Körperhaltung aus, vor allem in der Stimme. Sie reden schneller, machen unnatürliche Pausen und sprechen undeutlich. Daher ist es ratsam, sein Sprechtempo ein klein wenig zu drosseln. Der Effekt sind natürliche Sprechpausen und der Bewerber akzentuiert das Gesagte stärker und ist somit leichter verständlich. Voraussetzung ist, dass der Bewerber textlich vorbereitet ist. Wer sich erst vor laufender Kamera überlegt, was er sagen möchte, setzt sich damit zusätzlich unter Druck.
  7. Die Technik: Mittlerweile liefern Smartphone-Kameras gestochen scharfe Bilder in HD-Qualität. Für ein Bewerbungsvideo reicht allerdings eine SD-Qualität vollkommen aus und reduziert die Dateigröße des Videos, was vor allem bei der Distribution eine wichtige Rolle spielt. Digitale Spiegelreflex- und Kompaktkameras sind für die Aufnahme eines Bewerbungsvideos ebenfalls gut geeignet. Wichtig ist ein Stativ, um eine stabile Kameraführung zu gewährleisten. Zum Thema Ton: Wer über entsprechende Aufnahmegeräte verfügt, sollte den Ton separat aufnehmen. Das macht die Bearbeitung beim Schnitt noch einmal leichter. Allerdings reichen die in Smartphones und Digital-Kameras verbauten Mikrophone für einen brauchbaren Ton aus.
  8. Das Video Format: Das Format, in dem der Jobsuchende das Bewerbungsvideo aufnehmen möchte, ist von großer Bedeutung. Die Anzahl an Videoformaten ist riesengroß. Allerdings haben sich wenige Formate im Massenmarkt durchgesetzt, die von Personalern ohne weiteres zu öffnen sind. Dazu zählen beispielsweise mp4, avi oder mpg. Wer seltene Videoformate wählt, der muss damit rechnen, dass seine Bewerbung ungesehen im Papierkorb landet.
  9. Die Dateigröße: Der Weg eine Bewerbung einzureichen, erfolgt heute in der Regel auf dem digitalen Weg per E-Mail oder über ein Bewerbungsportal. Allerdings ist die versendete Datenmenge in beiden Kanälen in der Regel begrenzt. Direkten Einfluss auf die Dateigröße haben unter anderem die Auflösung des Videos, die Sprachqualität, die Länge des Videos sowie Elemente aus der Post-Produktion, wie zum Beispiel Einblendungen, Bildeffekte und anderes mehr.

Die Kosten: Erfolgreiche Videobewerbungen zeichnet folgendes aus: Sie bilden den Bewerber authentisch ab, sie überzeugen durch die Inhalte und die Kreativität, mit der er diese Inhalte präsentiert. Die Kosten für ein professionell produziertes Video beginnen bei 200 Euro. Das Mehr an professioneller Aufnahme- und Bearbeitungstechnik kann dazu führen, dass das Video nicht mehr authentisch wirkt und damit eines seiner Ziele verfehlt. Personaler verfügen über ein gutes Gespür dafür, ob ein Bewerber natürlich und selbstständig agiert. In der Regel kann der Jobsuchende gute Bewerbungsvideos mit Hilfe von Freunden und Verwandten mit Bordmitteln produzieren. Im Internet finden sich tausende Tipps und Tricks und noch mehr Tools, mit denen sich Videos schnell und intuitiv bearbeiten lassen.