Bewerbungspraxis

Das GAP-Year: Warum Bewerber mit ihrer Auszeit in Bewerbungen punkten können

Vom Abitur direkt in den Hörsaal und von dort ohne Unterbrechung ins Traineeprogramm. So hat, glauben viele Berufseinsteiger, der Lebenslauf bis zum Einstieg ins Berufsleben auszusehen. Was aber, wenn sie nach dem Abitur auf Weltreise geht? Was, wenn er zwischen Bachelor und Master zwei seinen Horizont erweiternde Praktika einschieben möchte? Prof. Dr. Wolfgang Jäger von JobStairs weiß aus jahrelangen Gesprächen mit Personalverantwortlichen in Top-Unternehmen und als Hochschullehrer mit viel Erfahrung, dass diese eine Auszeit – das Lückenjahr, oder GAP-Year – durchaus als Pluspunkt ansehen. Wenn die Bewerber es richtig angehen. Nicht zuletzt deshalb bieten immer mehr Unternehmen spezifische GAP-Year-Programme an.

Ein GAP-Year ist keine Auszeit

Ein GAP-Year ist nicht eine selbstverordnete Auszeit, in der jungen Menschen sich dem Müßiggang hingeben. Vielmehr geht es darum, sich zu weiter orientieren und praktische Erfahrungen dem akademischen Curriculum hinzuzufügen.  Häufig erwarten Unternehmen von Ihren Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss (mindestens) zwei zum Studienabschluss passende Praktika mit einer Laufzeit von 3 bis 6 Monaten. Die freien Zeitblöcke geben aber die meisten Studienverlaufspläne seit der Bologna Reform nicht mehr her. „Es ist keine Seltenheit, dass wir heute BA Absolventen antreffen, die zwar zügig in 6 Semester ihren Abschluss geschafft haben. Dann gerade 21 Jahre alt sind und ein max. ein 6-wöchiges Praktikum geschafft haben“ so Prof. Jäger. Diese Absolventen sind geradezu prädestiniert für gut gemachte GAP-Year Angebote.

Das GAP-Year im Unternehmen verbringen

Es sind vor allem Top-Unternehmen, die im Rahmen ihrer Recruitment-Strategie, ein GAP-Year Programm aufgesetzt haben, um junge Menschen frühzeitig für das eigene Unternehmen zu interessieren.

Dr. Oetker, Bertelsmann und Audi sind nur einige Unternehmen auf JobStairs, die GAP-Year Programme anbieten. Die Teilnehmer an diesen Programmen durchlaufen in der Regel unterschiedliche Unternehmen und Aufgabenbereiche, damit sie kennenlernen, welche Anforderungen und Herausforderungen im späteren Berufsleben auf sie warten.

Fazit

Ein GAP-Year ist eine gute Sache. Eine gute Sache für den Absolventen und eine gute Sache für Unternehmen. Doch damit das Lückenjahr nicht zum Bewerbungshindernis wird, sollten junge Menschen sich gut überlegen, für welchen Zweck sie diese Zeit nutzen. Denn spätestens im Bewerbungsgespräch sollten sie darauf eine klare Antwort haben. Um sich auf seinen beruflichen Lebensweg vorzubereiten, sind GAP-Year Programme von Unternehmen eine gute Alternative zu den herkömmlichen Aktivitäten (freiwilliges soziales Jahr, Sprache lernen usw.). Hierdurch verschaffen sich junge Menschen einen guten Startpunkt, um den direkten Einstieg in das Berufsleben auf den Weg zu bringen.

 

Das Gap-Year Programm in der Oetker-Gruppe – Schnupperkurse für talentierte Studierende

Die Oetker-Gruppe ist neben dem Nahrungsmittelbereich mit bekannten Marken wie „Dr. Oetker“ und Conditorei Coppenrath & Wiese in vier weiteren verschiedenen Geschäftsbereichen national und international aktiv. Das Unternehmen mit Stammsitz in Bielefeld hat im Jahr 2014/2015 im Rahmen seiner Employer Branding- und Recruiting-Strategie ein eigenes Programm für Bachelorabsolventen aufgesetzt, die vor dem Start ins Masterstudium Praxiserfahrung sammeln möchten. JobStairs sprach mit HR Projektmanagerin Daniela Hengesbach, die das Programm der Oetker-Gruppe betreut.

 

JobStairs: Frau Hengesbach, warum sollten sich junge Menschen für das GAP-Year Programm der Oetker-Gruppe bewerben?

Daniela Hengesbach: Praxiserfahrung ist das A und O. Talentierte Studierende können sich mit nur einer aussagekräftigen Bewerbung für das Programm qualifizieren. Sie haben die Chance, innerhalb von neun bis zehn Monaten in zwei bis drei Unternehmen der Oetker-Gruppe an unterschiedlichen Standorten in Deutschland tätig zu sein und unterschiedliche Branchen und Themenschwerpunkte kennenzulernen. Dadurch tauchen die Programmteilnehmer in die verschiedenen Fach- und Themengebiete unserer diversifizierten Unternehmensgruppe ein und können ihr Wissen aus dem Studium in das Tagesgeschäft und in die Projektarbeit aktiv einbringen.

JobStairs: An wen wenden Sie sich mit dem GAP-Year Programm und wie können sich Interessierte dafür bewerben?

Daniela Hengesbach: Wir richten uns an Studierende, die kurz vor dem Abschluss ihres Bachelorstudiums stehen und erst im Wintersemester des nächsten Jahres ein Masterstudium aufnehmen werden – und die diese Zwischenzeit für Praxis-Know-how nutzen möchten. Klar gewünscht sind Flexibilität, Talent sowie die Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen. Jedes Jahr im Frühling können sich Interessierte bei uns für das GAP-Year-Programm bewerben. Die Schwerpunkte sowie auch die beteiligten Unternehmen der Oetker-Gruppe variieren dabei von Jahr zu Jahr. Das macht es spannend und vielseitig für die Kandidaten.

JobStairs: Welche Stationen durchlaufen die Teilnehmer während des Programms?

Daniela Hengesbach: Es ist schon etwas Besonderes, dass wir bei ein- und demselben Programm dennoch jedes Jahr konzeptionell etwas Neues und somit wirklich eine Vielfalt an Themengebieten und Branchen bieten. Somit bekommen wir eine für die Studierenden spannende und zukunftsweisende Themenmischung hin. Natürlich lernen die Teilnehmer die Marken- und Unternehmenswelt von Dr. Oetker kennen. Aber auch die Henkell & Co.-Gruppe und die Radeberger Gruppe bieten mit ihrem Produktportfolio einen interessanten Einstieg in die Praxis.

Tech-Interessierte profitieren ebenfalls von unserem GAP-Year Programm, wie zum Beispiel bei unserem im Jahr 2016 in Berlin gegründeten Unternehmen Oetker Digital sowie bei der OEDIV (Oetker Daten- und Informationsverarbeitung) in Bielefeld. Weitere Stationen sind zudem möglich bei Budenheim, der Martin Braun-Gruppe, Oetker Collection Masterpiece Hotels oder bei einer der führenden und traditionsreichen Privatbanken, dem Bankhaus Lampe. Das hängt eben von dem gewählten Schwerpunktgebiet ab, welches uns die Teilnehmer bei ihrer Bewerbung im Vorfeld mitteilen. Für den Durchgang 2018/2019 standen die Schwerpunktgebiete Controlling, Einkauf, Personal, Marketing & Vertrieb, Logistik und IT/Tech zur Auswahl.

JobStairs: Wie können sich Interessierte bei Ihnen bewerben?

Daniela Hengesbach: Für das GAP-Year Programm 2018/2019 ist die Bewerbungsphase bereits abgeschlossen. Derzeit befinden wir uns schon im Auswahlprozess. – Aber im Frühling 2019 geht’s in die neue Runde. Dann bieten wir wieder spannende Praxisphasen mit zwei bis drei Praktika an, bevor es dann mit dem Masterstudium weitergeht. Bis dahin stehen wir bei Fragen zum GAP-Year Programm in der Oetker Gruppe gern zur Verfügung. Weitere Infos gibt es auch hier. http://www.oetker-gruppe.de/de/karriere/gap-year-programm/gap-year-programm.html