Agiles Arbeiten - was bedeutet das?

Immer häufiger tauchen in Stellenanzeigen Begriffe wie „Agilität“, „agiles Arbeiten“ usw. auf. Doch was bedeutet es eigentlich? JobStairs klärt auf und gibt Bewerbern wertvolle Hinweise, wie sich Agilität in ihrem Arbeitsalltag auswirken kann und was sie an ihrem neuen Arbeitsplatz erwartet.

Agilität in Unternehmen

Zunächst einmal bedeutet Agilität als Arbeitsprinzip, dass sich Mitarbeiter immer wieder an ein sich veränderndes Arbeits- und Projektumfeld erfolgreich anpassen müssen. Dies verlangt Eigenverantwortung und die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren. Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt verändert und damit viele Bereiche vor neue Herausforderungen gestellt. Unternehmen müssen ihre Arbeitsweise daher an neue Umstände anpassen, denn Veränderungen erfolgen in immer kürzeren Zeitabständen. „Die Anforderung an Beschäftigte wächst, sich ständig neues Wissen anzueignen. Zudem ist eine Selbstorganisation der Arbeit gefragt und dass Beschäftigte unternehmerisch denken. Arbeit lässt sich mittlerweile viel effizienter planen und steuern“, weiß HR-Experte Prof. Dr. Wolfgang Jäger.

Agile Unternehmen verteilen die Verantwortung zunehmend weg vom Management hin zu den Arbeitsteams. Dadurch übernehmen die Teams die Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Zudem wird auf maximale Flexibilität von Unternehmen bei gleichzeitiger Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit Wert gelegt. Agile Organisationskulturen zeichnen sich durch häufige Planungs- und Feedbackschleifen, funktionsübergreifende Transparenz und Autonomie für dezentrale Entscheidungen aus.

Was bedeutet Agilität im Arbeitsalltag?

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich, ihre Arbeitsweise nach agilen Prinzipen zu gestalten. Sie versprechen sich von dieser Transformation ein höheres Innovationslevel, eine steigende Flexibilität sowie motiviertere Mitarbeiter.

Beschäftigte und Bewerber sollten aber wissen, was mit der Transformation zu mehr Agilität auf sie zukommt. Zunächst bedarf Agilität einer hohen Vernetzung der Teams und der einzelnen Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens aber auch mit Dritten (z.B. externen Dienstleistern, Kunden etc.). Um schnell und erfolgreich auf neue Situationen reagieren zu können, sind Flexibilität und ein hohes Maß an Selbstorganisation der Beschäftigten unverzichtbar. „Gespräche mit agilen arbeitenden Unternehmen zeigen immer wieder, dass Agilität das Vertrauen stärkt. Vertrauen der Mitarbeiter in die Leistungsfähigkeit des Teams. Vertrauen der Führungskräfte in ihre Mitarbeiter und schlussendlich das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen.“, erläutert Prof. Jäger.

Was müssen Bewerber in agile Unternehmen mitbringen?

  1. Wer sich auf eine Stelle bewirbt, in der auch nach agilen Prinzipien gearbeitet wird, braucht ein gutes Verständnis für das Projektmanagement. Denn Agilität bedeutet oftmals das Arbeiten in kleinen Teams und in kleinteiligen Projektphasen mit entsprechend hoher Output-Frequenz.
  2. Zudem muss dem Bewerber klar sein, dass Agilität im Unternehmen nicht unkontrolliertes und nicht messbares Arbeiten bedeutet. Bei mehr Agilität  werden  die  einzelnen  Arbeitsfortschritte  eher öfter gemessen, als es nach traditionellen Arbeitsprinzipen oftmals  der Fall ist.

  3. Agiles Arbeiten zielt darauf ab, Innovationen – seien es Geschäftsmodelle oder Produkte – in hoher Frequenz zu entwickeln bzw. anzupassen. Dazu ist es immer wieder notwendig, dass in Unternehmen teamübergreifend gearbeitet Teamfähigkeit ist für Bewerber also unerlässlich.

  4. Selbstorganisation und Eigenverantwortung sind ebenfalls für Bewerber wichtige Assets, die ihnen keine Probleme bereiten sollten. „Wer auf Anweisungen „von oben“ wartet, bevor er mit seiner Arbeit beginnt, der sollte sich vielleicht nach einer passenden Position in einem traditionell aufgestellten Unternehmen umsehen.“, empfiehlt Prof. Jäger.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Freude am agilen Arbeiten maßgeblich vom Charakter des einzelnen Bewerbers und Mitarbeiters abhängen . Die strukturellen Voraussetzungen, seien sie nun organisatorisch, technisch oder kulturell, müssen jedoch im Unternehmen vom Management und den Führungskräften geschaffen werden.

Der AusbildungsCheck

Für alle, die noch nicht wissen, was sie werden wollen.