Bewerbungsanschreiben: ein Auslaufmodell im Bewerbungsprozess?

Der digitale Bewerbungsprozess ist heutzutage Standard, wenn man sich bei Großunternehmen bewerben möchte. Gerade das klassische Anschreiben wird zukünftig noch weiter an Relevanz verlieren, auch wenn es vielfach noch eine hohe Bedeutung für die Unternehmen hat. Dies geht aus vielen Studien und Befragungen hervor – unter anderem auch unter den JobStairs Partnerunternehmen.

Hier zeigte sich bereits vor geraumer Zeit, dass bei über 60 % der befragten Partnerunternehmen die Einreichung eines Anschreibens im Bewerbungsprozess bereits lediglich optional ist. Jedes zweite Unternehmen gab zudem an, bis etwas 2025 gänzlich darauf verzichten zu wollen.

Zeitdruck als wichtiger Auswahlfaktor

Unternehmen wie Henkel, Otto oder die Deutsche Bahn gehören zu den Unternehmen, bei denen das Anschreiben schon jetzt kein fester Bestandteil des Bewerbungsprozesses mehr darstellt, um Kandidat:innen so die Bewerbung beim Unternehmen zu erleichtern und somit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Weitere Gründe für die abnehmende Relevanz von Anschreiben liegen in dem Zeitmangel bei der Personalauswahl. In Großunternehmen mit mehreren hunderten Bewerbungen am Tag, haben Personalerinnen und Personaler ohne den konsequenten Einsatz von Technologie oft nur wenig Zeit, um eine schnelle und treffersichere Auswahl der Bewerbenden zu erzielen. Hierfür eignet sich die zügige Beurteilung der Qualifikation mit Hilfe des Lebenslaufs am besten.

Anschreiben werden nur noch für bestimmte Berufe relevant sein

Trotz heftigem Diskurs über die Abschaffung der Anschreiben zeichnet sich eine interessante Tendenz ab: Mehr als die Hälfte der befragten Personaler:innen (56,2 %) geht davon aus, dass für ausgewählte Berufsgruppen in Zukunft weiterhin Anschreiben verlangt und diese somit nicht komplett aus dem Bewerbungsprozess verschwinden werden. Trotz abnehmender Bedeutung kann ein Anschreiben nach wie vor ein gutes Mittel sein, um sich positiv von seinen Mitbewerber:innen abzuheben und die eigene Motivation auf eine Stelle darzustellen.

Dies könnte dann angebracht sein, wenn es um die Besetzung höherer Positionen geht, oder wenn individuelle Aspekte des Bewerbers oder der Bewerberin eine gleichwertige Rolle neben den Stationen im Lebenslauf spielen. Kandidat:innen haben so die Möglichkeit, ihre persönliche Motivation in der Bewerbung einzubringen und zu verdeutlichen, wie sie einen wertvollen Beitrag leisten können.

Doch zu den Erfolgsfaktoren effektiver Personalauswahl gehört ebenso ein möglichst zügiges Einstellungsverfahren. Je schneller die Personalabteilungen sind, desto wahrscheinlicher holen sie sich ihren Wunschkandidaten an Bord.
Den ursprünglichern Beitrag aus dem Jahr 2018 könnt ihr auf HR-Marketing.com nachlesen.