No-Gos im Remote Bewerbungsgespräch


Remote Bewerbungsgespräche funktionieren im Grunde, wie klassische Bewerbungsgespräche. Und dennoch sind sie anders. Denn klassischerweise bittet man eher selten Unternehmensvertreter:innen zum Gespräch in seine Wohnung. Für das „Gespräch zuhause“ muss also ein passender Raum gefunden werden, die Technik muss funktionieren und auch das Outfit sollte Bewerbungsgespräch-tauglich sein – im Homeoffice für viele ungewohnt. Doch das ist nicht allen Bewerbenden bewusst. Diese No-Gos sollten im Videointerview unbedingt vermieden werden:

Setting und Tools ablehnen

Das Unternehmen gibt vor, wie und wo das Bewerbungsgespräch stattfindet. Eine Videokonferenz abzulehnen, zeigt, dass man nicht flexibel auf die Situation und die Spielregeln eingestellt oder wenig technikaffin ist.

Gleiches gilt für das verwendete Programm. Ob Zoom, Webex, Whereby oder Microsoft Teams, jedes Unternehmen bevorzugt bestimmte Tools fürs Remote Bewerbungsgespräch. Auch Recruiter:innen haben sich einer IT-Sicherheitspolicy zu unterziehen und sind nicht für die Auswahl eines Tool verantwortlich. Gegenvorschläge sind also wenig hilfreich und machen keinen guten ersten Eindruck beim potenziellen neuen Arbeitgeber.

Technik nicht prüfen

Mit der Terminbestätigung wird üblicherweise auch einen Meeting-Link oder zumindest der Name des verwendeten Programms mitgesendet. Wichtig ist, beides ausreichend im Vorfeld (nicht 5 Minuten vorher) auszuprobieren. Computereinstellungen könnten das Programm blockieren. Dies sollte zwingend VOR dem Gespräch geklärt sein, um im schlimmsten Fall eine Alternative zu finden. Die Technik zu prüfen, gehört als Basic zur Vorbereitung dazu.

Unpünktlich sein

Bei einem so wichtigen Termin, wie dem Bewerbungsgespräch ein absolutes No-Go! Sollte aus irgendwelchen wichtigen Gründen der Termin nicht eingehalten werden können – was immer mal passieren kann – dann gebietet es der Anstand, so zeitnah wie möglich abzusagen und um einen neuen Termin zu bitten.

Die falsche Location wählen

Der Ort sollte möglichst ruhig und nicht zu privat sein: Schlaf- oder Badezimmer sind weniger gut geeignet, ein (aufgeräumtes) Wohnzimmer, der Esstisch oder natürlich ein Büro hingegen gut. Der Hintergrund sollte dabei so aussehen, dass er ein möglichst professionelles Bild bietet. Das Gespräch sollte auf keinen Fall Outdoor oder gar im Gehen geführt werden! Das vermittelt eine geringe Wertschätzung und sorgt zudem für zu viele Störfaktoren.

Wenn nichts anderes hilft, dann tut es auch ein neutraler Bildschirmhintergrund des Video-Call-Anbieters. Nein – bitte nicht der Palmenstrand.

Sich ablenken lassen

Im Gegensatz zum Bewerbungsgespräch in einem Office kann zuhause ja so einiges passieren: Das Kind will etwas, die Katze läuft durchs Bild, der Nachbar bohrt …

Mit etwas Vorbereitung können solche potenziellen Ablenkungen während des Remote Bewerbungsgesprächs vermieden werden: Mitbewohnern oder Familie Bescheid geben, Handy auf lautlos schalten, Push-Benachrichtigungen deaktivieren. Kurzum: von nichts ablenken lassen! Da landen Außerirdische im Park gegenüber? Selbst darum kann man sich auch nach dem Jobinterview noch kümmern.

Recherchieren während des Gesprächs

Ein absoluter Killer: Wissenslücken während des Gesprächs schließen. Das Problem: Die anderen Teilnehmer sehen, wenn Augen plötzlich am Bildschirm umherwandern. Noch schlimmer ist, wenn Brillengläser oder Spiegel im Hintergrund offenbaren, was man gerade so treibt. Tauchen während des Jobinterviews also unbekannte Fachbegriffe oder Details auf, lieber die Gesprächspartnerin / den Gesprächspartner fragen. Nicht Google. Im schlimmsten Fall wird damit klar, dass der Job nicht der richtige ist – besser früher als zu spät! Damit zeigt man zumindest, dass man ehrlich ist und sich traut, Fragen zu stellen. Das rechnet ein potenzieller neuer Arbeitgeber sicher hoch an.

 

Fazit

So funktionierts:

  • Setting und Tools akzeptieren.
  • Technische Funktionalität prüfen.
  • Pünktlich sein
  • Die richtige Location wählen.
  • Sich nicht ablenken lassen.
  • Keinen Monolog abhalten.
  • Während des Gesprächs nicht recherchieren.
  • Keine Jogginghose.
  • Über sich erzählen.
  • Interesse an Firma oder Job zeigen.
  • Nicht über ehemalige Arbeitgeber herziehen.