Profil zeigen: 10 Tipps für die Pflege Ihres Social Media Profils

Social Media Screening, also die Überprüfung eines Bewerbers anhand seiner Aktivitäten in Facebook, Xing & Co., gehört laut des Digitalverbands Bitkom in 46 Prozent der Unternehmen im Recruiting-Prozess heute zum Standard. Auch bieten Unternehmen die Bewerbung mittels Social Media Profil als zusätzliche Bewerbungsmöglichkeit für Jobsuchende an oder gehen in Business-Netzwerken aktiv selbst auf Kandidatensuche. Bewerber, die sich nicht um ihr Social Media Profil kümmern, sind oftmals schon aussortiert, bevor der Personaler auch nur eine Zeile des Anschreibens gelesen hat. Dabei werden Profile und Postings in beruflichen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn häufiger ausgewertet (39 Prozent) als die eher privat ausgerichteten wie Facebook oder Twitter (24 Prozent).

„Die Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit sozialen Netzwerken schafft für den User einen öffentlichen Raum von immenser Reichweite und Wahrnehmung“, weiß JobStairs-Experte Prof. Dr. Wolfang Jäger. „In dieser digitalen Öffentlichkeit setzen wir uns in Szene, kehren unsere Stärken heraus und zeigen unsere Leidenschaften. Für Personaler und Job-Profiler ein Pool an wertvollen Informationen“, so Prof. Jäger weiter. Kein Wunder also, dass ein Social Media Screening bei der Stellenbesetzung von Blue Collar bis in die Führungsetagen von Konzernen in knapp jedem zweiten Unternehmen zum grundlegenden Instrument im Bewerbermanagement geworden ist.

10 Tipps für Ihr Social Media Profil in Business-Netzwerken

Tipp 1: Synchronisieren Sie Ihre Lebensläufe zeitnah auf allen Kanälen

Aktualisieren Sie alle Lebensläufe in Ihren Social Media Profilen stets unmittelbar auf Basis des schriftlichen Lebenslaufes, bevor Sie eine Bewerbung versenden. Gleiches gilt natürlich auch bei Lebensläufen, die Sie auf Bewerbungsplattformen von Unternehmen oder Headhuntern angelegt haben.

Tipp 2: Wählen Sie ein professionelles Profilfoto

In einer Bewerbung fokussieren Sie sich auf Ihre berufliche Expertise, Ihre persönlichen Stärken und Ihre hohe Motivation für den Job. Diese Werte und Professionalität müssen sich in den öffentlichen Fotos auf Ihren Social Media Profilen wiederspiegeln.

Tipp 3: Achten Sie auf eine adäquate Sprache

Ghetto-Slang mag als Comedy-Einlage auf einer Party lustig sein, taugt aber nichts, wenn Sie sich auf eine offene Stelle bewerben. In einer Bewerbung ist eine angemessene Sprache selbstverständlich. Darauf sollte man auch bei seinen Aktivitäten auf Social Media Portalen achten.

Tipp 4: Profile müssen konsistent sein

Wenn Sie in mehreren Sozialen Business-Netzwerken unterwegs sind, dürfen sich die Inhalte (Lebenslauf, Fotos, Auszeichnungen etc.) und Aussagen (Stärken, Kompetenzen usw.) der unterschiedlichen Profile nicht widersprechen. Sie müssen untereinander konsistent sein.

Tipp 5: Definieren Sie Ihre Top 3-Keywords

Nahezu jedes Social Media Profil kann mit Keywords angereichert werden, damit es besser im Netz gefunden werden kann. Wenig effizient ist es jedoch, sein Profil mit Keywords zu überfluten. Je nachdem, auf welche Stelle Sie sich bewerben, sollten Sie Ihre Keywords anpassen und auf die drei Aussagekräftigsten reduzieren.

Tipp 6: Vernetzen Sie sich gezielt

Jedes Unternehmen möchte vom Netzwerk seines neuen Mitarbeiters profitieren. Je höher die Position ist, auf die Sie sich bewerben, desto relevanter wird Ihr Netzwerk. Dabei kommt es in erster Linie auf die Qualität der Kontakte an. Sie müssen auf die Aufgaben des potenziellen Jobs einzahlen.

Tipp 7: Sammeln Sie Empfehlungen

Sich in seinem Social Media Profil selber als Experten zu bezeichnen ist einfach, entlockt dem Recruiter aber nur ein müdes Lächeln. Viel wichtiger sind externe Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk, die Ihnen herausragende Kenntnisse in einzelnen beruflichen Fertigkeiten attestieren. Die gängigen Business-Netzwerks verfügen über solche Empfehlungs-Features. Bitten Sie Netzwerk-kontakte, Ihnen solche Empfehlungen auszusprechen.

Tipp 8: Berücksichtigen Sie den Zielgruppenfokus des Netzwerkes

Auch wenn das Internet per se keine nationalen Grenzen kennt, unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Ausrichtung auf die Nutzergruppen zum Teil erheblich. Xing ist ein Netzwerk, das im deutschsprachigen Raum größte Relevanz hat. Hier sollten Sie in deutscher Sprache kommunizieren. LinkedIn hingegen ist global aufgestellt. Wenn Sie Ihr Profil in Englisch erstellen, werden Sie dem internationalen Approach des Netzwerkes gerechter und für international tätige Unternehmen attraktiver.

Tipp 9: Seien Sie kommunikativ

Soziale Netzwerke leben von der Interaktion Ihrer Mitglieder. Ein „stummes“ Profil, also ohne nennenswerte Aktivitäten, signalisiert dem Recruiter, dass die beruflichen Interessen doch nicht so intensiv verfolgt werden, wie ggf. in der Bewerbung beschrieben. Werden Sie daher Mitglied in für Ihre Bewerbung relevanten Gruppen und nehmen Sie aktiv am Austausch teil. Auch regelmäßige relevante Posts und Kommentare dokumentieren Ihre Aktivität.

Tipp 10: Keine Rechtschreibfehler

Der letzte Tipp sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Rechtschreibfehler machen nicht nur in einer klassischen Bewerbung einen schlechten Eindruck. Bitten Sie daher z. B. Freunde oder Verwandte Ihr Social Media Profil zu lektorieren, wenn Sie sich unsicher sind.